Was hat Fußball-Deutschland gezittert, geflucht und dann erleichtert aufgeatmet. Bis Jorge Larrionda aus Uruguay auf Weiterspielen plädierte. Kein Tor also. Dabei hatte jeder im Stadion und an den Bildschirmen gesehen, dass der Schuss von England’s Frank Lampard von der Latte hinter die Torlinie knallte. 40 Zentimeter, wie später digital ausgemessen wurde.
Alle hatten es gesehen, nur das Schiedsrichtergespann nicht. Erinnerungen an Wembley wurden laut. Kritik am Schiedsrichter und neue Techniken werden gefordert. Bis gestern fragte ich mich, wie der Assistent diesen Treffer nicht erkennen konnte, wo er doch so deutlich war.
Dann stellte ZDF-Experte und ehemaliger Schiedsrichter die Situation nach. Er postierte den Ball an die Stelle, wo er im Spiel aufschlug. Ging die 36 Meter bis zur Außenlinie und schaute gen Tor. Danach nahm er die Position des Schiris ein, der freie Sicht hatte. Das Ergebnis: Aus dem Winkel ist das Tor extrem schlecht zu erkennen.
Man mag es nicht glauben, aber aus dem spitzen Winkel von geschätzten 1,80 Meter über der Grasnarbe verschwimmen Torlinie und Ball derart, dass eine hundertprozentige Feststellung des Treffers tatsächlich unmöglich war. Selbst bei ruhendem Ball. In der Hektik des Spiels musste die Entscheidung gar in Bruchteilen entschieden werden. Unmöglich!
Der Schiedsrichter und sein Assistent sehen einfach blöd aus, aber eine endgültige Lösung bringen nur technische Möglichkeiten, wie der Chip im Ball oder ein Torrichter an der Torlinie.
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